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Dijon

Kurzinformation

Dijon, die Hauptstadt Burgunds, hat rund 152 000 Einwohner, 25000 Studenten und 600 Wissenschaftler. Durch den Hochgeschwindigkeitszug TGV, mit dem man in 1 Stunde und 36 Minuten Paris erreichen kann, und durch das gut ausgebaute Autobahnnetz erhält die Stadt europäische Bedeutung als Verkehrsdrehscheibe. Regelmäßige Inlands- und Auslandsflüge bietet der Dijoner Flughafen. Außerdem ist die Stadt Universitäts-, Handels- und Industriezentrum. Vor ihren Toren beginnen die Rebhügel des Burgunderweines.


Zu sehen ist die gotische Klosterkirche Saint Bénigne aus der Vogelperspektive.

Geschichte

Dijon hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Der Name wird im 6. Jahrhundert erstmals in den Chroniken erwähnt. Die Stadt ist jedoch um vieles älter. Sie verdankt ihre Gründung einer der Handelsstraßen, auf denen zur Bronzezeit Zinn von den britischen Inseln bis zum Mittelmeer transportiert wurde. Nach den entdeckten Überresten zu schließen, war Dijon bereits im Römischen Reich eine blühende Stadt. Zahlreiche, oft prunkvolle Grabmäler und die Überreste von großzügig angelegten und schön verzierten Gebäuden mit insgesamt ca. 120 Inschriften sind Zeugen jener Zeit. Unter den Merowingern gehörte Dijon zum großen Königreich der Burgunder. Im Jahre 1015 wählte Robert I. von Burgund Dijon als Hauptstadt seines Herzogtums. Nach und nach hat sich Dijon zu einer angesehenen Hauptstadt der Herzöge entwickelt, die im 14. und 15. Jahrhundert als internationales Kunstzentrum galt. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Palast mit den umliegenden Patrizierhäusern zum Zentrum der Stadt. Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs unter den Einflüssen der Ingenieure Darcy und Eiffel blieb Dijon bis heute eine der bedeutendsten Kunststädte Frankreichs.

Sehenswürdigkeiten

Charakteristisch für Dijon ist die Vielfalt historischer Gebäude im Stadtzentrum: Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert und herrschaftliche Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, "Hôtels" genannt - mit reicher Ornamentik und zum Teil wunderschönen Innenhöfen - machen den Reiz der Stadt aus. Mittelpunkt des Zentrums ist der Palast der Herzöge von Burgund, dessen älteste mittelalterliche Teile im 14. und 15. Jahrhundert umgebaut wurden. Seine jetzige Gestalt stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde nach Plänen des Architekten Hardouin-Mansart errichtet. Er beherbergt heute das "Musée des Beaux-Arts", das seit 1787 der Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Mittelgebäude des Herzogpalastes wird überragt von dem 52 m hohen Turm Philippe Le Bon. Seine Aussichtsterrasse bietet einen wunderschönen Blick über die Stadt. Unter den vielen Kirchen sind besonders sehenswert: Saint-Bénigne, eine ehemalige Klosterkirche aus dem 14. Jahrhundert mit eindrucksvoller romanischer Krypta, die Kapellen der Karmeliterinnen in Sainte Anne und Nôtre-Dame, die mit zahlreichen Skulpturen den Höhepunkt der burgundischen Gotik anzeigt. Die Karthause Champmol wurde 1383 von Philipp dem Kühnen als Begräbnisstätte seiner Dynastie gegründet. Von der Zerstörung im Jahre 1793 blieb lediglich das Portal aus dem 15. Jahrhundert mit seinen fünf wunderschönen Statuen des Bildhauers Claus Sluter verschont. Der Justizpalast, einst Sitz des Parlaments von Burgund, verdient ebenso Beachtung wie eine außergewöhnliche Reihe von alten Stadtpalais.

Universitäten und Schulen

Schon früh hatten Dijons Schulen einen guten Ruf. 1722 wurde eine Universität gegründet. Da sie jedoch nur einen Lehrstuhl für Rechtswissenschaften hatte, entstand durch Privatinitiative im Jahre 1725 eine Akademie für Naturwissenschaften, Kunst und Literatur, die sich im Jahre 1751 dadurch einen Namen machte, dass Jean-Jacques Rousseau mit dem "Discours sur I'inégalité parmi les hommes" einen Wettbewerb gewann und durch seine Thesen berühmt wurde. Auch der Botanische Garten von Dijon stammt aus dieser Zeit. Die Universität zählt heute ungefähr 25 000 Studenten und umfaßt elf Fach- und Forschungsbereiche. Außerdem gibt es ein Institut für Technologie (Fachhochschule) und mehrere "Grandes Ecoles" - die Eliteschulen Frankreichs -, die Dijon zu einem anerkannten Hochschulzentrum Frankreichs gemacht haben. Weitere wichtige Fachbereiche der Hochschulen sind Betriebswirtschaft, Ernährungswissenschaften und Lebensmittelbiologie, Landwirtschaftswissenschaften sowie Energieforschung, Fortgeschrittene Technologie, Rechtspflege, Musik, Schauspielkunst und Tanz, Schöne Künste und Lehrerfortbildung. Es gibt heute acht Gymnasien in Dijon. Als Musterschule für den europäischen Einigungsgedanken wurde 1990 das internationale Charles-de-Gaulle-Gymnasium eröffnet.

Wirtschaft

Dijon ist eine moderne Industrie- und Handelsstadt. Industrielle Schwerpunkte sind: Elektronik und Elektrotechnik, Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie, Mechanik und Optik, Chemie, Parachemie und pharmazeutische Industrien sowie Verpackungsindustrie. In Ergänzung der schon bestehenden Industriegebiete wurden in Dijon vor kurzem ein Technologiepark und ein "Parc d'Activité de I'Europe" eingerichtet. Früher hat Dijon, abgesehen von einem regen Tuchhandel und der Senfherstellung im Mittelalter, nie eine große Industrie gehabt: Unter dem Ancien Régime war die Stadt ein regionales Marktzentrum, eine halbländliche Stadt: Es gab viele Winzer und man findet heute noch Weinpressen aus dem 18. Jahrhundert im Senfmuseum Amora. Vor allem aber war Dijon Verwaltungshauptstadt mit Provinzverwaltungen sowie zwei Obersten Gerichtshöfen, dem Parlament und dem Rechnungshof.

Erholung und Freizeit

Dijon verfügt über wunderschöne alte Gärten, z. B. den 33 Hektar großen Colombière-Park, aus der Zeit Ludwigs XIV. sowie die Anlagen L'Arquebuse und Darcy. Auch in den letzten Jahren ist in Bezug auf die Grünanlagen viel unternommen worden. Wichtige städtische Grünanlagen, wie der Kir-See, der auf Betreiben des ehemaligen Bürgermeisters von Dijon, Kanonikus Kir, angelegt wurde, der Park Carrières Bacquin und große Naturparkzonen, wie La Combe à la Serpent mit 360 Hektar, wurden am Stadtrand geschaffen und bieten Erholung für Groß und Klein. Wer Dijon besucht, der sollte auch nicht versäumen, sich die herrliche Umgebung anzuschauen. Besonders erlebnisreich sind die Fahrten entlang der Côte d'Or, einer der besten Weinbaulagen Frankreichs, und hinauf zu den Seine-Quellen. Die Strecke entlang der "Weinküste" führt zunächst nach Beaune. Neben den zahlreichen Weinkellereien empfiehlt es sich, das altehrwürdige Hôtel de Dieu, das im 15. Jahrhundert errichtet wurde, aufzusuchen. Interessante Museen laden auch hier zu einem Blick in die Vergangenheit ein. Wegen seines Engagements für mehr Grün hat Dijon 1992 den "Grand Prix National de Fleurissement" und 1993 den Preis "Palme Verte" erhalten. Außerdem ist Dijon eine Stadt des Sports. 1993 rangierte es auf dem dritten Rang unter den Städten Frankreichs mit dem reichhaltigsten Sportangebot.

Veranstaltungen und Kultur

Dijon ist traditionell ein Veranstaltungsort zahlreicher Messen und Feste. Seit 1946 findet Anfang September das berühmte "Folkloriades Internationales et Fête de la Vigne" statt, ein internationales Wein und Folklorefestival. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die folgenden regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen: Jazz en Ville (Jazz in der Stadt, Mai), Thêatre en Mai (Theater im Mai), L'Eté Musical (Musiksommer, Juni), Estivades (Theater, Gesang und Tanz auf den Plätzen und Straßen von Dijon, Juli), Ecrans de I'Aventure (Abenteuerfilme, September), Open du Rock (Rockfestival, September), Festival Nouvelles Scènes (Theaterfestspiele, Herbst). Zehn Museen tragen zum kulturellen Leben bei: Unter anderem das Musée des Beaux-Arts, das nach dem Louvre das zweitgrößte Kunstmuseum Frankreichs ist. Zu besichtigen sind dort die berühmten Grabmäler der Herzöge von Burgund. Seit 1976 gibt es auch die Abteilung zeitgenössischer Kunst. Regelmäßig finden hier Ausstellungen von europäischem Rang statt. Das Museum François Rude enthält einen großen Teil der Werke dieses bedeutenden Bildhauers. Das Archäologische Museum im ehemaligen Dormitorium einer Dominikanerabtei verfügt über eine große Anzahl prähistorischer Funde aus gallo-romanischer und mittelalterlicher Zeit. Einen Besuch wert ist auch das kirchliche Kunstmuseum (Musée d'Art Sacre), das Burgundische Heimatmuseum (Musée de la Vie Bourguignonne), das Naturhistorische Museum und der Botanische Garten, das Musée Amora, eine private Gründung, die die Geschichte des Senfs zeigt, und das Musée Grévin, ein privates Wachsfigurenkabinett.

Spezialitäten

Gewürzbrot (Pain d'épices) und Senf, beide sehr alten Ursprungs, sind die Spezialitäten, durch die Dijon berühmt wurde. Den Cassis, ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren, ein weiteres Aushängeschild Burgunds, gibt es noch nicht einmal seit 150 Jahren. Der typische Aperitif Dijons heißt Kir, ein Getränk aus Weißwein und Cassis - benannt nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Kanonikus Kir. Bekannte Gerichte sind die "Escargots bourguignons" (Pralinen), Rindfleisch auf Burgunder Art oder Wachteln. Dies sind nur einige Beispiele aus dem kulinarischen Schlemmerparadies Burgund. Alljährlich kündet die im Oktober stattfindende Internationale Gastronomie-Messe von Dijon als kulinarischem Zentrum Frankreichs.

Entwicklung der Städtepartnerschaft

Die ersten Kontakte zwischen Mainz und Dijon kamen 1953 durch eine kommunalpolitische Informationsreise nach Frankreich zustande. Schon zu jener Zeit, als enge Bindungen zwischen Frankreich und Deutschland noch nicht zu den Selbstverständlichkeiten gehörten, bahnte sich eine Partnerschaft mit Dijon an. Schließlich verbinden Mainz und Dijon, damals wie heute, verschiedene gemeinsame Faktoren: vergleichbare Größe und Anzahl der Einwohner, politische Funktion als Landeshauptstadt, die homogene Zusammensetzung der Bevölkerung, ähnliche wirtschaftliche und kulturelle Aspekte, z. B. historische Innenstadt, alte Universitäten usw. Die Beziehungen mündeten schließlich 1958 in eine offizielle Partnerschaft. Diese manifestiert sich seitdem in Treffen zwischen Bürgermeistern und Parlamentariern, partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Universitäten, Sängern, Sportlern, Schülern, Theatergruppen, Kunstausstellungen, kirchlichen Kontakten u. v. a. m. Aus diesen Verbindungen erwuchsen oft persönliche Freundschaften, die die tiefere Bedeutung dieser Partnerschaft unterstreichen.

Kontakt

Touristeninformation:
Office de Tourisme de Dijon
34, rue des Forges
und Place Darcy
21000 Dijon
Frankreich
Telefon: 0033-380-44 11 44
Telefax: 0033-380-30 90 02 (rue des Forges)
Telefax: 0033-380-42 18 85 (Place Darcy)
E-Mail: info@dijon-tourism.com
www.dijon-tourism.com

Bourgogne Tour
11, rue de la Liberté
F-21000 Dijon
Telefon: 0033-380-30 60 40
Telefax: 0033-380-30 47 09
E-Mail: info@bourgognetour.com
www.bourgognetour.com

Centre de Rencontres Internationales et de Séjour de Dijon
(Begegnungszentrum/Jugendherberge)
1 bd. Champollion
F-21000 Dijon
Telefon: 0033-380-72 95 20
Telefax: 0033-380-70 00 61
E-Mail: reservation@auberge-cri-dijon.com
www.auberge-cri-dijon.com

Stadtverwaltung:
Ansprechpartnerin
Madame Françoise Boivin
Chargée de Mission aux Relations Internationales
et Affaires Européennes
Ville de Dijon
BP 1510
F-21033 Dijon Cedex
Telefon: 0033-380-74 53 24
Telefax: 0033-380-74 53 46
E-Mail: fboivin@ville-dijon.fr
www.ville-dijon.fr

Haus Rheinland-Pfalz
Maison de Rhénanie-Palatinat
Centre Culturel Allemand en Bourgogne
29, rue Buffon
F-21000 Dijon
Telefon: 0033-380-68 07 00
Telefax: 0033-380-68 07 04
E-Mail: info@maison-rhenanie-palatinat.org
www.maison-rhenanie-palatinat.org

Haus Burgund
Mélita Soost
Flachsmarktstr. 36
55116 Mainz
Telefon: 06131/23 43 17
Telefax: 06131/23 43 19
E-Mail: info@haus-burgund.de
www.haus-burgund.de

Freundschaftskreis Mainz-Dijon e.V.
Präsident: Dr. Walter Konrad
Fritz-Bockius-Str. 2
55122 Mainz
Telefon: 06131/38 47 87
Telefax: 06131/38 47 87
im WWW
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