Landeshauptstadt Mainz

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Umweltinformation: Natur- und Landschaftschutz

Schutzgebiete
Biotope
Eingriffsregelung
Ausgleichs- und Ersatzflächen
Finanzierung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
Artenschutz
Ökologische Mauersanierung Zitadelle Mainz
Teich im Naturschutzgebiet Laubenheimer-Bodenheimer Ried
Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Blick in eine Baumkrone. (Quelle: Photocase.com) Natur und Landschaftsschutz haben den Erhalt von wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, ihrer Lebensgemeinschaften und natürlicher Lebensgrundlagen sowie den Erhalt von Landschaften und Landschaftsteilen unter natürlichen Bedingungen zur Aufgabe.



Ziel des Naturschutzes ist es, Natur und Landschaft aufgrund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten (§ 1 Landesnaturschutzgesetz Rheinland-Pfalz). Die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege werden wie folgt benannt: Natur und Landschaft sind im besiedelten und unbesiedelten Bereich so zu schützen, zu pflegen, zu entwickeln und, soweit erforderlich, wiederherzustellen, dass

  1. die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes,
  2. die Regenerationsfähigkeit und nachhaltige Nutzungsfähigkeit der Naturgüter,
  3. die Tier- und Pflanzenwelt einschließlich ihrer Lebensstätten und Lebensräume sowie
  4. die Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft
auf Dauer gesichert sind.

Die Aufgaben in Naturschutz und Landschaftspflege bei der Stadt Mainz sind entsprechend vielfältig:
Als Beispiele für die Arbeit im Einzelnen können genannt werden:
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Schutzgebiete

Zu sehen sind Bäume und Sträucher in einem Naturschutzgebiet.Mit der Ausweisung von Schutzgebieten werden hochwertige Flächen für den Arten- und Biotopschutz sowie für die Naherholung gesichert und Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Die Schutzformen und -kategorien leiten sich aus dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Rheinland-Pfälzischen Landesnaturschutzgesetz ab oder beruhen auf internationalen Verträgen und Konventionen.


Folgende Schutzgebiete finden sich in Mainz:

Naturschutzgebiete
Landschaftsschutzgebiete
Geschützte Landschaftsbestandteile (Auswahl)
Flächige Naturdenkmale
Die Schutzgebiete, weitere geschützte Landschaftsbestandteile und Naturdenkmale können Sie auch auf unserer Internet-Seite unter Geodaden einsehen. Die Rechtsverordnungen zu den Schutzgebieten sind im Ortsrecht hinterlegt.

Biotope

Biotope sind einheitliche, gegen benachbarte Gebiete gut abgegrenzte Lebensräume, in denen ganz bestimmte Tier- und Pflanzenarten in einer Gemeinschaft leben (Biozönose). In diesen Lebensräumen bildet sich durch die gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung von Pflanzen, Tieren und einwirkende Standortfaktoren (Klima, Boden, Nutzung) ein biologisches Gleichgewicht. Für die Bestandserhaltung und Entwicklung der Tier- und Pflanzenarten, ist ein räumlicher Verbund von gleichartigen Biotopen wichtig (Biotopverbund).
Die Biotopkartierung liefert wichtige Grundlagen für den Naturschutz und trägt somit zur Erhaltung der ökologisch wertvollen Landschaftsbestandteile bei. Die Biotope werden im Gelände in Karten eingezeichnet und dazu ihre wichtigsten Eigenschaften und Merkmale beschrieben. So erhält man eine Übersicht über Lage, Verbreitung, Häufigkeit und Zustand der wertvollen und erhaltenswerten Biotope. Dies ist auch für die Ausweisung von Schutzgebieten notwendig.

Die Biotopkartierung aus dem Jahr 1996 finden Sie auf den Seiten Geodaten.

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Eingriffsregelung

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind Eingriffe in Natur und Landschaft “Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Grundflächen, die die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts oder das Landschaftsbild erheblich oder nachhaltig beeinträchtigen können“.

Hierzu zählen unter anderem: (Diese Aufzählung ist nicht abschließend.)

Nicht als Eingriff gelten die ordnungsgemäße land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung. Eine genaue Aufstellung der Eingriffe im Sinne des § 9 des Landesnaturschutzgesetzes finden Sie in der Landesverordnung über die Bestimmungen von Eingriffen in Natur und Landschaft.

Nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung sind die negativen Folgen eines Eingriffs in Natur und Landschaft durch Vermeidungs-, Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen zu bewältigen.

Ausgleichs- und Ersatzflächen

Was sind Ausgleichs- und Ersatzflächen?

Auf dem Foto ist eine Wiese mit alten Obstbäumen abgebildet.Landespflegerische Ausgleichs- und Ersatzflächen (LEF) dienen dazu, Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen.

Eingriffe sind Veränderungen der Gestalt oder Nutzung von Flächen, die die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes oder das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen können. Hierzu zählen unter anderem die Errichtung von Gebäuden oder Straßen. Bodenflächen werden versiegelt und Landschaftselemente wie Bäume oder Wiesen werden zerstört. Das Bundesnaturschutzgesetz regelt, dass diese Eingriffe – so sie nicht vermieden werden können – ausgeglichen oder ersetzt werden müssen. Dies gilt für private Bauherren oder Firmen in Genehmigungsverfahren oder auch für Städte und Gemeinden beispielsweise im Rahmen ihrer Bauleitplanung.

Wie sehen Ausgleichs- und Ersatzflächen aus?

Je nach Art der Eingriffe werden vom Umweltamt als Untere Naturschutzbehörde Ausgleichsmaßnahmen konzipiert. Ein vielfältiger Lebensraum, der besonders
vielen einheimischen Tier- und Pflanzenarten zugute kommt, ist z.B. die Streuobstwiese. Hier werden im Laufe vieler Jahre kräuterreiche Wiesen mit alten
Obstsorten entwickelt. Aber auch kleine Wälder, ausgedehnte Gebüsche, Sandmagerrasen und Bachrenaturierungen gehören dazu.
Allen LEF gemeinsam ist, dass sie nach landespflegerischen Gesichtspunkten geplant und hergerichtet werden. Nach der Herstellung werden sie naturnah gepflegt und dauerhaft unterhalten.

Was leisten Ausgleichs- und Ersatzflächen für den Menschen?

Auf dem Foto ist im Vordergrund eine blühende Wiese abgebildet. Dahinter erkennt man die Wasseroberfläche des Teichs.Für den Menschen bieten LEF über die Legitimierung des Baurechtes hinaus weitere Vorteile:
Förderung der menschlichen Gesundheit durch bessere Luft und eine grüne Umgebung,

Was können Sie tun?

Respektieren Sie zunächst bitte die Tatsache, dass es sich um Flächen des Naturschutzes handelt und beachten Sie folgende Hinweise: Schützen Sie mit uns den Rückzugsraum der Natur für eine gemeinsame lebenswerte Umwelt in Mainz.

Das Infoblatt dazu finden Sie hier.

Finanzierung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

Auf dem Foto ist ein Bagger abgebildet.Durch Baugebiete kommt es zu Eingriffen in die Natur und Landschaft. Der Gesetzgeber schreibt hierbei vor, dass unvermeidbare erhebliche Eingriffsfolgen auszugleichen sind. Dabei muss der jeweilige Eingriff auf der beeinträchtigten Fläche selbst oder durch Maßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Für den Ausgleich gilt das Verursacherprinzip, welches besagt, dass der jeweilige Eingriffsverursacher für den Ausgleich sorgen muss. Dies ist beispielsweise der Eigentümer eines Grundstückes, das von einer Ackerfläche durch Baurecht zu einem Baugrundstück wurde, auf dem nun die Errichtung von Gebäuden zulässig ist.

In §§ 135 a bis c Baugesetzbuch regelt der Gesetzgeber allerdings unter anderem, dass Ausgleichsmaßnahmen, die nicht auf dem jeweiligen Grundstück durchgeführt werden können, durch die Gemeinde an Stelle und auf Kosten der Vorhabenträger oder der Eigentümer der Grundstücke durchzuführen sind.

Zur Deckung dieser Kosten muss dann ein Kostenerstattungsbetrag für den naturschutzrechtlichen Ausgleich vom jeweiligen Eingriffsverursacher erhoben werden. Die erstattungsfähigen Kosten (Kosten für Grunderwerb, Planung, Herrichtung, Fertigstellung und Dauerhafte Unterhaltung der Flächen) werden entsprechend der Größe der Baugrundstücke des Baugebiets verteilt. Die Schwere des Eingriffes und die jeweilige Ausgleichsmaßnahme werden im jeweiligen Bebauungsplan bestimmt.
Die Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen ist in Mainz in der „Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen nach §§ 135a – 135c Baugesetzbuch der Stadt Mainz vom 03.03.1998“ (Kostenerstattungssatzung) geregelt.
Die Regelung der Kosten der dauerhaften Unterhaltung erfolgt privatrechtlich, in der Regel durch die Eintragung einer Reallast im Grundbuch zur jeweiligen landespflegerischen Ausgleichsfläche.

Mit diesen finanziellen Mitteln werden dann neue wertvolle Biotope für die Natur und Landschaft geschaffen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Landeshauptstadt Mainz - Umweltamt
Telefon: 06131 / 12 28 50

Petra Freitag, Untere Naturschutzbehörde
Telefon: 06131 / 12 39 00
petra.freitag@stadt.mainz.de

Nicole Merolla, Untere Naturschutzbehörde
Telefon: 06131 / 12 38 47
nicole.merolla@stadt.mainz.de


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Artenschutz

Zu sehen sind verschiedenen ausgestopfte Tiere.Der Bereich Artenschutz befasst sich neben der Berücksichtigung von Artenschutzbelangen in der räumlichen Planung, auch mit der Überwachung von Handel, Besitz und Verbringung von geschützten Arten. Denn noch immer ist der illegale Handel gerade mit exotischen Tier- und Pflanzenarten ein Millionengeschäft. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht und unterliegen strengen Handelsverboten. Trotzdem hat der illegale Handel zugenommen und zu einem Rückgang zahlreicher Tiere und Pflanzen geführt.
Aber auch innerhalb Deutschlands und Europa sind gefährdete Tier- und Pflanzenarten geschützt. Diese dürfen weder getötet noch der Natur entnommen werden. Neben dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen und der EG-Artenschutzverordnung sind insbesondere die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutz-Richtlinie sowie das Bundesnaturschutzgesetz mit Bundesartenschutzverordnung maßgeblich.

Das Umweltamt ist für folgende Aufgaben im Artenschutz zuständig:
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Ökologische Mauersanierung Zitadelle Mainz

Zu sehen ist ein Luftbild der Zitadelle Mainz.
Am 10. Januar 1986 wurde der Grabenbereich sowie die angrenzenden Wallflächen der Zitadelle Mainz zum Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) erklärt. Gründe, die zur Unterschutzstellung geführt haben, waren:
Bedeutung des Grünbestands der Zitadelle Mainz:
Für notwendige Bauwerkspflegemaßnahmen bzw. aufwendige Restaurierung der seit 1904 unter Denkmalschutz stehenden Zitadelle, fehlte in der Vergangenheit häufig das Geld. Mittlerweile besteht in Hinblick auf die Bauwerkserhaltung und -unterhaltung an zahlreichen Stellen erheblicher Handlungsbedarf.

Die baulichen Sanierungsmaßnahmen der Zitadellenmauern müssen daher mit einem hohen Maß an denkmal- und naturschutzfachlichen Kenntnissen ausgeführt werden. Um hierfür Lösungen zu entwickeln, die die verschiedenen Belange gleichermaßen berücksichtigen, wird im Rahmen eines Pilotprojekts ein Verfahren für das Zusammenwirken von Naturschutz, Denkmalpflege und Bauunterhaltung erarbeitet und erprobt.

Weitere Informationen zum Pilotprojekt "Ökologische Mauersanierung am Beispiel der Zitadelle Mainz" (gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt) finden Sie am Seitenende im Downloadbereich.

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Teich im Naturschutzgebiet Laubenheimer-Bodenheimer Ried

Zu sehen ist eine Gebänderte Prachtlibelle.Im Naturschutzgebiet "Laubenheimer-Bodenheimer Ried" wurde im Jahr 2007 ein 9.900 m2 großer Teich geschaffen, welcher die verlandenden Ziegeleiteiche als Lebensraum eines europaweit bedeutenden EU-Vogelschutzgebietes ergänzen soll. Die neu entstandene Offenwasserfläche soll als neuer Lebensraum für die dort lebenden seltenen Wasservögel, Amphibien und Insekten dienen und stellt gleichzeitig eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme dar. Um diesen für Umwelt und Natur relevanten Zweck auf Dauer erhalten zu können, ist es von großer Bedeutung, dass die Bevölkerung diesen Zweck des Naturschutzgebietes sowie des Teiches schützt und respektiert, um die Natur direkt vor unserer Haustür zu erhalten bzw. aufzuwerten. Der Maßnahmenplan mit detaillierten Angaben steht am Seitenende zum Download bereit.
Zu sehen ist der fertige Teich im Naturschutzgebiet Laubenheimer-Bodenheimer Ried.
Gesamtgröße Teich ca. 1,3 Hektar (Wasserfläche ca. 9.900 m2, Uferfläche ca. 2400 m2)


Ansprechpartner und weitere Informationen zum Themenbereich Naturschutz finden Sie unter diesen Stichpunkten:
Artenschutz
Biotopflächen
Fachbeirat für Naturschutz
Fällgenehmigungen bei Bauvorhaben
Feld- und Naturschutz
Gehölzschnitt
Grünflächen innerhalb von Mainz (Satzung)
Naherholungsplanung
Naturschutz
Stadtökologie
Umweltinformationsgesetz
Untere Naturschutzbehörde

Downloads
 Das Grün der Mainzer Zitadelle (380 kb)
 Massnahmenplan Teich Laubenheim (804 kb)

im WWW
 Bundesamt für Naturschutz
 Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz
 Bundesrecht
 Landesnaturschutzgesetz
 Artenschutz.Info
 Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz