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Mainz konkret – Technologien und Versorgungsgebiete
Wie soll Mainz künftig mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden und welche Möglichkeiten gibt es für mein Gebäude? Hier erfahren Sie, welche Technologien in Mainz eine Rolle spielen, wo Wärmenetze vorgesehen sind und welche klimafreundlichen Wärmeversorgungen für die verschiedenen Gebiete betrachtet werden.
Welche Heizsysteme wird es in Zukunft geben?
Es werden verschiedene erneuerbare Energietechnologien eingesetzt: Wärmepumpen, Solarthermie, Fernwärme und Geothermie. Die genaue Auswahl hängt von den örtlichen Gegebenheiten und der Verfügbarkeit von Ressourcen ab. Mainz hat dabei besonders gute Voraussetzungen: In vielen Stadtteilen ist der Untergrund sehr gut für oberflächennahe Geothermie geeignet. Zusätzlich bieten der Rhein, die Kläranlage (Abwasserwärme), Rechenzentren und Unternehmen (industrielle Abwärme) sowie Solarenergie auf Dächern großes Potenzial. Wasserstoff kann grundsätzlich Bestandteil einer zukünftigen Energieversorgung sein. Für die Gebäudeheizung wird er jedoch voraussichtlich eine untergeordnete Rolle spielen, während Wärmepumpen, Wärmenetze und andere erneuerbare Wärmequellen im Mittelpunkt stehen.
Was ist der Unterschied zwischen Nah- und Fernwärme?
Fernwärme wird über ein größeres, stadtweites Leitungsnetz verteilt und stammt oft aus zentralen Erzeugungsanlagen. Nahwärme hingegen versorgt kleinere, räumlich begrenzte Gebiete – zum Beispiel ein Quartier oder einen Ortsteil – über ein lokales Netz. Beide Systeme können klimafreundlich betrieben werden, etwa mit Geothermie, Abwärme oder Solarthermie als Wärmequelle. In Mainz ist der größte Fernwärmeversorger die Mainzer Fernwärme GmbH mit den Haupterzeugeranalgen auf der Ingelheimer Aue. Daneben gibt es noch Fernwärmeversorgungsgebiete auf dem Lerchenberg oder der Berliner Siedlung, welche von der Mainzer Wärme PLUS versorgt werden.
Wie wird die Fernwärme in Zukunft erzeugt?
Im kommunalen Wärmeplan sind unterschiedliche erneuerbare Wärmepotenziale ausgewiesen, wie die Fernwärme klimafreundlich bereitgestellt werden könnte. Jeder Betreiber eines Wärmenetzes ist dazu verpflichtet, einen Transformationsplan aufzustellen, wie die Wärme in Zukunft klimaneutral bereitgestellt werden soll. Der kommunale Wärmeplan dient hierbei als Orientierungshilfe.
Welche Wärmenetzgebiete sind im Wärmeplan vorgesehen?
Der Wärmeplan identifiziert in verschiedenen Stadtteilen Gebiete, die sich für eine Versorgung über Wärmenetze eignen. Die Ausweisung als Wärmenetzgebiet stellt eine langfristige Perspektive dar und garantiert nicht, dass jedes Gebäude zu einem bestimmten Zeitpunkt angeschlossen werden kann.
Welche Rolle spielen grünes Methan und grüner Wasserstoff im Mainzer Wärmeplan?
Grünes Methan und grüner Wasserstoff werden im Kommunalen Wärmeplan als mögliche Option unter bestimmten Voraussetzungen eingeordnet.
Der Wärmeplan empfiehlt, grünen Wasserstoff vorrangig in Industrieprozessen mit hohem Energiebedarf einzusetzen, insbesondere dort, wo hohe Temperaturen erforderlich sind und Elektrifizierung nicht möglich ist. Für den Gebäudesektor wird Wasserstoff als untergeordnete Lösung eingeschätzt, da Wärmepumpen meist effizienter und wirtschaftlicher sind. Das Gebäudemodernisierungs-Gesetz (GModG) schließt Wasserstoff- beziehungsweise gasbasierte Heizungen nicht generell aus. Für die Wirtschaftlichkeit einer solchen Lösung sind jedoch insbesondere die langfristige Verfügbarkeit und die Kosten geeigneter klimafreundlicher Brennstoffe zu berücksichtigen.
Warum gibt die Stadt keine klare Empfehlung für eine bestimmte Heiztechnik?
Weil jedes Gebäude anders ist. Die Landeshauptstadt Mainz ist nicht Gesetzgeberin und trifft keine individuellen Investitionsentscheidungen für Sie. Der Wärmeplan soll Orientierung bieten, aber keine Technologie vorschreiben. Die richtige Lösung für Ihr Zuhause hängt von vielen persönlichen Faktoren ab – lassen Sie sich individuell beraten.