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Hier schreibt Michael Ebling

"Ein Blick über die Dächer der Stadt"

Sommerzeit – Ferienzeit.

Das heißt stets auch: die Politik nutzt die Gelegenheit und schaut in Ruhe über die Dächer der Stadt. Unternehmen wir eine kleine Reise durch Mainz – und beginnen aus naheliegenden Gründen gleich - am Rathaus.

Die Sanierung des maroden Baus nimmt langsam Konturen an. Gerade haben wir mit einem Planungsbüro den Generalplanervertrag unterzeichnet, der uns in die Lage versetzen wird, „klarer“ zu sehen, welche zu entwickelnden Sanierungs-Module wir für den altehrwürdigen Jacobsen–Bau für die gedeckelte Summe von 50 Mio. Euro erwarten dürfen.

Es geht weiter zum Rheinufer, wo das Experiment des Weinstandes der Mainzer Winzer am Fischtorplatz seit einigen Monaten überaus erfolgreich läuft. Zwar wird sich die Form, wie sich die Mainzer Winzer künftig präsentieren, baulich noch deutlich verändern, aber: Mainz hat als Metropole der Great Wine Capitals ein attraktives Aushängeschild als Weinhauptstadt Deutschlands hinzu gewonnen.

Zudem: Das Jubiläum „200 Jahre Rheinhessen“ hat sich in die Herzen der Mainzer eingeschmiegt, die Region ist spürbar zusammengerückt - ja, prägnanter als ich dies persönlich erwartet hätte.

Dabei hat sich die Anlaufadresse „Cuvée 2016“ am Gutenberg-Museum als Magnet für viele Mainz-Besucher erwiesen: Weinliebhaber erhalten hier Informationen zur Region, erleben zugleich interessante Verkostungen mit Weinwissen aus erster Hand, Musik, Lesungen und gutes Essen ergänzen das Programm. Das Cuvée wird zudem länger am Ort verbleiben können, da der Umbau des Gutenberg-Museums - der mit dem „Bücherturm“ ein echtes Ausrufezeichen erhalten soll - bis zur Realisierung noch etwas Zeit lässt.

Richtung Weisenau künden Transparente und Grabungen der Generaldirektion Kulturelles Erbe vom nahenden Baubeginn des Archäologischen Zentrums, mit dem Mainz seine römische Geschichte ganz neu präsentieren wird.

Dagegen nimmt Mainz bei der Ludwigsstraße nach „einem tiefen Luftholen“ nun den zweiten Anlauf – und hoffentlich beweisen alle weiterhin einen langen Atem. In neuer Konstellation gehen die Gespräche weiter – Mainz hofft weiterhin auf die Aufwertung der Innenstadt und damit auch des Einzelhandels.

Nicht nur an der Saarstraße blicken wir seit geraumer Zeit auf Baustellen, die zur „Mainzelbahn“ gehören – aber ein Ende der Baugruben und Staus – ja: derer gab es reichlich - ist am Horizont erkennbar. Ein großes Projekt, das uns viele Nerven gekostet hat, aber künftig auch über Jahrzehnte Freude bereiten wird, geht in die finale Phase.

Im Dezember 2016 soll die Mainzelbahn eingeweiht werden. Ich bin mir sicher, dass trotz manch nervenaufreibender Umleitungen und Staus die Akzeptanz groß sein wird, sobald alle Baugrube geschlossen sind. Die neuen Bahntrassen der Mainzelbahn werden unserer Stadt eine - auch ökologisch - sinnvolle und spürbare Verkehrsentlastung bringen.

In vielen Stadtteilen beherbergen wir weiterhin eine große Anzahl an Flüchtlingen. Ich bin sehr stolz darauf, dass dies dank der vielfältigen Unterstützung der Bürgerschaft bislang hochengagiert, geräuscharm und weitestgehend harmonisch gelingt. Das Thema hat aktuell an Dramatik nachgelassen, zugleich wissen wir nicht, ob sich die Flüchtlingsströme trotz geschlossener Grenzen nicht doch andere Wege aus Not und Elend in den Herkunftsländern bahnen. Daher planen wir weiterhin Ressourcen ein, um mögliche neue Flüchtlinge im „Fall der Fälle“ aufzunehmen zu können.

Primär wird es nun aber unsere Aufgabe sein, die in Mainz beheimateten Menschen aus fernen Ländern zu integrieren: Sprache, Nachbarschaftskontakte, Vereine, Bildung, Arbeit sind auf lange Sicht die besten Faktoren, ein Gefühl des „Angekommen-Seins“ zu vermitteln. Die langfristige Lösung liegt weiter in der klaren Definition und Regelung der Einwanderung, die auch unsere Wirtschaft dringend benötigt – und in einer schlüssigen Steuerung und Finanzierung dieser nationalen Herausforderung durch EU, Bund und Länder.

Kehren wir zurück an den Rhein: Der Mainzer „Prenzlauer Berg“ ist die Neustadt - überall entsteht Neues, auch dank der Unterstützung durch Land und Bund, von der Bahnhofstrasse über die Mombacher Hauptstraße bis hin zum wachsenden Zollhafenquartier. Auch im Falle der Kommissbrotbäckerei führt die Stadt Mainz erfolgversprechende Gespräche, um diese zentrale Liegenschaft künftig zu übernehmen und an dieser Stelle Wohnen und Kultur zu realisieren.

Mainz wächst, wandelt sein Antlitz - und dies belegt: In der Landeshauptstadt wird viel bewegt, viel investiert. Auch auf privater Ebene werden zahlreiche Ideen umgesetzt: Im pulsierenden Mainz lässt es sich gut leben.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommer- und Ferienzeit!

Ihr

Michael Ebling