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Sagen Sie mal, Herr Oberbürgermeister, …

... was bedeutet es, dass unsere Stadt jetzt UNESCO-Welterbe ist? Und was genau heißt eigentlich „SchUM“?

Die Entscheidung der UNESCO, Mainz als eine der drei so genannten „SchUM-Städte“ und damit das reiche jüdische Erbe unserer Stadt mit dem Welterbetitel zu krönen, war sicher einer der schönsten Momente, die ich als Oberbürgermeister bislang erleben durfte! 

Zum ersten Mal überhaupt wurde damit jüdisches Kulturgut in Deutschland mit der begehrten Auszeichnung gewürdigt. Und völlig zu Recht, denn Speyer, Worms und Mainz gelten als Wiege des europäischen Judentums: Hier, am Rhein, und damit weit entfernt von den bisherigen jüdischen Zentren entstand vor rund 1000 Jahren eine neue jüdische Kultur. Da wären wir auch gleich bei der Antwort auf Frage Nummer 2:  SchUM ist eine Abkürzung aus den mittelalterlichen hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte Speyer (Schpira), Worms (Warmaisa) und Mainz (Magenza).

Der Welterbe-Titel verstärkt die internationale Wahr­nehmung dieser einstigen „Wiege der Gelehrsamkeit“. Er eröffnet so die Chance, die Bedeutung der SchUM-Gemeinden Speyer, Worms und Mainz auch außerhalb der jüdischen Gemeinden zu verankern. Und nicht zuletzt schärft er unser Bewusstsein für die Vielfalt und die Strahlkraft der christlich-jüdischen Geschichte.

Das Kulturdenkmal in Mainz, mit dem wir uns am UNESCO-Antrag beteiligt haben, ist der Alte jüdische Friedhof auf dem Judensand. Wer ihn besucht, kann sich seiner Aura kaum entziehen. Dieser einzigartige Ort ist jetzt offiziell Welterbe – gefühlt war er es schon immer. Denn der Friedhof auf dem Judensand birgt nicht nur die ältesten Grabsteine Mitteleuropas, er war seinerzeit auch der größte seiner Art in „Aschkenas“, wie die gelehrten Juden des Hochmittelalters das Gebiet der Germanen und damit Deutschland nannten. 

Dem „Judensand“ wollen wir im Verbund mit den jüdischen Monumenten in Speyer und Worms endlich die Aufmerksamkeit zuteilwerden lassen, die er aufgrund seines geschichtlichen und religiösen Wertes verdient. Mit ihm verfügt Mainz über ein außergewöhnliches Kulturerbe, das gemeinsam mit den anderen SchUM-Stätten in besonderer Weise dazu geeignet ist, die Bedeutung des Judentums und die wechsel­volle deutsch-jüdische Geschichte seit dem hohen Mittelalter im Gedächtnis der Menschheit zu verankern. 

Zwar kennen noch heute Juden und Jüdinnen in aller Welt die einstigen SchUM-Städte Schpira, Warmaisa und Magenza, aber in der breiten Öffentlichkeit ist dieses Wissen verloren gegangen. Genau das aber soll und wird sich jetzt ändern! 

Wir wollen das Projekt SchUM dabei nicht nur durch eine Aufwertung seiner materiellen Werte zurück in das Licht der Öffentlichkeit bringen. Wir wollen es auch flankieren mit jüdischer Kultur und jüdischem Leben inmitten unserer drei Städte. Denn das ist die großartige Botschaft, die hinter dem UNESCO-Titel steht: Wir feiern mit SchUM jahrtausendealtes jüdisches Leben und jüdische Kultur. Wir feiern ein einzigartiges kulturelles Erbe, ein Welterbe der Menschheit!

Ihr
Michael Ebling

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz 

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