Natur zieht ein!
Mainz– Wie sieht der Wald der Zukunft aus? Welche Tiere und Pflanzen leben im Lennebergwald? Und warum ist dieser besondere Wald vor den Toren von Mainz für Klima, Artenvielfalt und Erholung so wichtig?
Mit einer neu konzipierten Ausstellung im Wald-Informationszentrum „GRÜNES HAUS“ wird der Lennebergwald künftig noch anschaulicher und interaktiver erlebbar. Die erneuerte Ausstellung soll ein Ort sein, an dem Naturwissen, aktuelle Forschung und unmittelbares Naturerleben zusammenkommen – mitten in einem der bedeutendsten und zugleich besonders sensiblen Waldlebensräume der Region.
Das Naturhistorische Museum Mainz (nhm) und der Zweckverband zur Erhaltung des Lennebergwaldes haben ihre Zusammenarbeit für die Neugestaltung der Ausstellung wieder aufgenommen. Das nhm bringt dabei seine naturwissenschaftliche Expertise und langjährige Erfahrung in den Bereichen Ausstellungsgestaltung und Umweltbildung ein und unterstützt die Konzeption sowohl fachlich als auch gestalterisch. Darüber hinaus stellt das Museum Präparate als Dauerleihgaben zur Verfügung.
„Der Lennebergwald ist ein außergewöhnlicher Naturraum in unmittelbarer Nähe zu Mainz und bietet ein Schaufenster für die biologische Vielfalt unserer Arten“, erläutert Stefan Dorschel, Revierförster des Lennebergwaldes.
„Mit der neuen Ausstellung möchten wir allgemeines Wald-Wissen vermitteln, zugleich Neugier wecken und dazu anregen, den Lennebergwald als ganz besonderen Lebensraum zu entdecken“, fasst Nicole Fischer, Vizedirektorin des Naturhistorischen Museums und Projektkoordinatorin zusammen.
Die Kooperation zwischen dem nhm und dem Zweckverband hat Tradition. Bereits bei der Einrichtung der ersten Ausstellung im GRÜNEN HAUS im Jahr 1992 war das nhm beteiligt. Nach mehr als drei Jahrzehnten wird diese Zusammenarbeit nun neu belebt.
Inhaltlich setzt die neue Ausstellung andere Schwerpunkte als ihre Vorgängerin. Während bislang vor allem Landschafts- und Kulturgeschichte im Mittelpunkt standen, widmet sich die neue Präsentation insbesondere den Themen Klima und biologische Vielfalt. Allgemeines Waldwissen wird dabei mit den Besonderheiten des Lennebergwaldes verknüpft.
Ein zentrales Element ist das große Diorama mit Präparaten typischer Waldbewohner. Ein Großteil dieser Objekte stammt vom Naturhistorischen Museum. Die Gäste können dabei ihre eigene Artenkenntnis testen und den Lebensraum Wald aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen. Neben bekannten Tieren werden auch besondere Bewohner des Lennebergwaldes präsentiert – darunter Gartenschläfer, Ziegenmelker und Wiedehopf.
Illustrierte Informationstafeln und Hands-on-Stationen geben Fachinformationen zu den Präparaten und machen die Ausstellung für unterschiedliche Alters- und Wissensgruppen zugänglich. Ziel ist eine Vermittlung, die sowohl fachlich fundiert als auch unterhaltsam zum eigenen Entdecken einlädt.
DAS GRÜNE HAUS
Das GRÜNE HAUS ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die Gäste des Lennebergwaldes. Rund um das Informationszentrum finden jährlich zahlreiche Veranstaltungen statt. Revierförster, Ranger und Waldpädagog:innen nutzen das Haus als Treffpunkt für Führungen und Bildungsangebote. Auch Schulklassen und Kindergärten besuchen das Gelände eigenständig.
Für das nhm ist die Kooperation deshalb ein wichtiger Baustein seiner Bildungsarbeit. Das Museum bietet jährlich rund 750 pädagogische Veranstaltungen an und verfolgt das Ziel, naturkundliches Wissen für alle Altersgruppen zugänglich zu machen.
„Umweltbildung funktioniert besonders gut dort, wo Menschen Natur unmittelbar erleben können. Das GRÜNE HAUS ist dafür ein idealer Ort“, so Nicole Fischer. „Die Ausstellung und die Natur vor der Tür ergänzen sich. Was man drinnen über Arten, Lebensräume und Klimaveränderungen erfährt, kann draußen direkt entdeckt und beobachtet werden.“
Auch das Außengelände des GRÜNEN HAUSES soll in den kommenden Jahren schrittweise weiterentwickelt werden. Baumlehrpfad, Walderlebnispfad, Barfußpfad, Insektenhotel, Teich und weitere Stationen werden künftig stärker mit der Ausstellung verbunden. So entsteht ein zusammenhängendes Bildungsangebot, das Wissen, Naturerlebnis und Freizeit miteinander verbindet. Unterstützt wird die Bildungsarbeit künftig auch von einem neuen Maskottchen: Lenny, der Gartenschläfer, soll als neuer Sympathieträger insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen.
Der Gartenschläfer ist dabei mehr als nur ein charmanter Botschafter. Die Art gilt bundesweit als bedroht und ist zugleich im Lennebergwald zuhause. Damit steht Lenny stellvertretend für die zentrale Message der neuen Ausstellung: Der Schutz der biologischen Vielfalt beginnt mit dem Wissen über die Arten und ihren Lebensraum vor der eigenen Haustür.
Die Eröffnung der neuen Ausstellung im GRÜNEN HAUS findet am Sonntag, 30. August 2026 statt. Sie erfolgt anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Zweckverbandes zur Erhaltung des Lennebergwaldes. Ein vielfältiges Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung im GRÜNEN HAUS.
Am selben Tag findet rund ums GRÜNE HAUS von 14.00 bis 17.00 Uhr der Familientag der KinderUni zum Thema „Netze“ statt.