Treibhausgas-Bilanz und Klima-Szenarien der Landeshauptstadt Mainz
Die Landeshauptstadt Mainz hat ihre kommunale Treibhausgas-Bilanz (THG-Bilanz) für das Jahr 2024 erstellt. Die Bilanz erfasst den Ist-Zustand der Treibhausgasemissionen der Stadt und ordnet diese den verschiedenen Sektoren und Energieträgern zu. Diese dient dem Mainzer Klimaschutzkonzept Masterplan 100% Klimaschutz als quantitative Grundlage, um die Entwicklung der Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen zu verfolgen und einen Abgleich mit dem angestrebten Zielszenario zu ermöglichen.
Im Zuge der Erstellung der Treibhausgas-Bilanz und der Klimaschutz-Szenarien stellte die Landes-hauptstadt Mainz zudem ihre neue Plattform zukunftklima.mainz.de vor. Über diese Plattform werden Emissionsentwicklungen, Klimaschutz-Szenarien sowie der Umsetzungsstand von Maßnahmen transparent und einfach zugänglich. Damit intensiviert die Stadt Mainz ihr Bestreben, alle Mainzerin-nen und Mainzer auf dem Weg zur Klimaneutralität mitzunehmen und transparent zu informieren. Zudem soll die Plattform dabei unterstützen, regelmäßig zu überprüfen, ob die Landeshauptstadt Mainz weiterhin auf dem richtigen Weg zur Klimaneutralität ist.
Das Ziel der Klimaneutralität soll durch eine Minderung der Treibhausgasemissionen (THG-Emissio-nen) um 95 % sowie eine Reduktion des Endenergieverbrauchs um 50 % idealerweise bis 2035, aber spätestens bis 2045 – entsprechend dem Bundesklimaschutzziel – erreicht werden.
Die wichtigsten Zahlen der THG-Bilanz 2024 auf einen Blick:
• Minus 56 % THG-Emissionen seit 1990
• Minus 42 % Endenergieverbrauch seit 1990
• Reduktion der THG-Emissionen pro Einwohner: 64 % auf dem Weg zum Ziel Klimaneutralität zurückgelegt.
• Reduktion des Endenergieverbrauch: 83 % auf dem Weg zum Ziel Klimaneutralität zurückge-legt.
Die THG-Emissionen sind seit 1990 um 56 % von 3.466 auf 1.516 Kilotonnen CO₂-Äquivalent im Jahr 2024 gesunken. Gemessen an der Einwohner:innenzahl ergibt sich eine Reduktion um 64%. Der En-denergieverbrauch ging im gleichen Zeitraum um 42 % zurück. Damit ist das Reduktionsziel den En-denergieverbrauch zu halbieren, bereits zu 83 % erreicht, das Reduktionsziel der THG-Emissionen zu 56 %. Innerhalb der betrachteten Sektoren zeigt sich eine ungleiche Entwicklung. Der bisherige Rück-gang der Emissionen stammt zu einem großen Teil aus der Industrie (minus 80 %), während der Sek-tor Verkehr nur rund 12 % unter dem Niveau von 1990 liegt und aktuell den zweitgrößten Verursacher darstellt.
Die Treibhausgasemissionen verteilen sich innerhalb der jeweiligen Sektoren im Bilanzjahr 2024 wie folgt:
Die zusätzlich zur Bilanz erstellten Klimaschutz-Szenarien zeigen mögliche Annahmen für die Zu-kunft. Dabei wird deutlich, dass die beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Masterplan 100% Klimaschutz sowie den zugehörigen Strategien Kommunale Wärmeplanung und Klimaneutrale Stadtverwaltung ein hohes Minderungspotenzial besitzen: 602 Kilotonnen (kt) CO₂-Äquivalent.
Janina Steinkrüger, Dezernentin für Umwelt und Mobilität betont: „Klimaneutralität ist grundsätzlich erreichbar – nach unseren Szenarien bei konsequenten eigenen Anstrengungen und zusätzlichen Maßnahmen etwa bis 2040. Damit lägen wir in der Mitte unseres Zielkorridors von 2035 bis 2045. Der Stadtrat hat mit seinem Beschluss zur Klimaneutralität bereits anerkannt, dass wir dafür auch auf verlässliche bundespolitische Rahmenbedingungen angewiesen sind. Dennoch hat die Stadt hat ei-nen konkreten Hebel, die Treibhausgasemissionen in Mainz deutlich zu reduzieren. Die berechneten Potenziale zeigen, wie wichtig es ist, den Masterplan 100% Klimaschutz und die Kommunale Wärme-planung konsequent umzusetzen und den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Mit unserer neuen Plattform zukunftklima.mainz.de machen wir die Fortschritte transparent und in-formieren die Mainzerinnen und Mainzer regelmäßig über unseren Weg zur Klimaneutralität. Wenn wir mit der Klimaneutralität möglichst nah an das Zieljahr 2035 kommen wollen, müssen alle anpa-cken: die Politik auf Bundes-, Landes- und Stadtebene ebenso wie die Verwaltung, die Wirtschaft und die Mainzerinnen und Mainzer.“
