Umwelttipp: Bäume pflanzen und pflegen
Bevor Sie Ihren Baum pflanzen …
Gerne wird unterschätzt, dass Bäume eine lange Lebensdauer haben und eine stattliche Größe erreichen können. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf Gedanken zu machen, welcher Baum in den Hausgarten passt und dafür einen geeigneten Standort auszuwählen. Gerade die Wurzeln - unsichtbar und unterirdisch wachsend - können enorme Ausmaße annehmen und anderen Pflanzen regelrecht das Wasser abgraben oder nahe liegende Abwasserrohre beschädigen. Auch sind Abstände zur Grundstücksgrenze einzuhalten. Die Vorschriften dazu können regional unterschiedlich sein. Die Begrünungs- und Gestaltungssatzung der Stadt Mainz dient dem Klimaschutz und der Verbesserung des Stadtklimas. Primär gilt sie für neue Bauvorhaben, entfaltet jedoch bei wesentlichen Änderungen oder Neugestaltungen von Außenanlagen auch Wirkung für ältere Bestandsgebäude. Infos dazu finden Sie in der Linkliste.
Überlegen Sie, wie hoch und breit der Baum werden darf. Wie ist der Boden beschaffen, eher sandig oder lehmig? Achten Sie außerdem auf die Lichtverhältnisse. Manche Bäume vertragen Sonne oder Schatten besser als andere. Kann der Baum an seinem potenziellen Standort die Sicht aus einem Fenster verhindern oder Licht nehmen, wo welches erwünscht wäre? Möchten Sie lieber einen Baum, der Früchte trägt oder einen Schattenspender? Weitere Entscheidungskriterien können darüber hinaus Blattfarbe im Herbstlaub oder immergrüne Belaubung sein.
Beim Baumkauf wird zwischen wurzelnackter Ware und Topfballen unterschieden. Wurzelnackte Bäume werden ohne Erde an den Wurzeln geliefert. Sie sind meistens preislich günstiger und aufgrund des geringeren Gewichts leichter zu handhaben (benötigen ein kleineres Pflanzloch). Bis zur möglichst zeitnahen Pflanzung müssen die Wurzeln vor Austrocknung (durch Einschlagen in Erde) und Frost geschützt werden. Topfware ist teurer und schwerer, kann aber zu einem späteren Zeitpunkt eingepflanzt werden.
Der richtige Zeitpunkt macht‘s
Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung Ihres Baumes liegt außerhalb der Vegetationszeit, also im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Generell gilt es, frostfreie Tage zu nutzen, der Boden sollte aufgetaut sein. Je nach Standort, Klimagebiet oder bei speziellen Gehölzgruppen kann entweder die Herbstpflanzung oder die Frühjahrspflanzung geeigneter sein. Ohne Probleme kann man vor allem frostunempfindliche Obstbäume wie Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschge, Mirabelle und Kirsche im Herbst pflanzen. Für Gebiete mit mildem Winter und trockenem Sommer empfiehlt sich generell die Herbstpflanzung. Denn hier werden die winterlichen Niederschläge besser genutzt, weil die jungen Bäume bereits im Herbstschon ausreichend Wurzeln bilden und genügend Feuchtigkeit speichern können.
Frühjahrspflanzungen empfehlen sich für alle frostempfindlichen Gehölze, wie z.B. Aprikose oder Pfirsich. Wer im Frühjahr pflanzt, muss auf gute Wasserversorgung achten, der Pflegebedarf ist deshalb etwas höher als bei der Herbstpflanzung. Zu spätes Pflanzen kann den Austrieb verzögern.
Welche Gehölze eignen sich für Ihren Garten?
Ob Sie Koniferen, Laubbäume, Stein-, Beeren- oder Kernobst pflanzen, hängt von Ihrem Geschmack und den örtlichen Gegebenheiten ab. Denken Sie über die Pflanzung einheimischer Arten, wie z.B. Holunder, Felsenbirne oder Eberesche nach, so ergeben sich daraus Vorteile. Denn diese sind anspruchsloser, widerstandsfähiger und bieten heimischen Insekten und anderen Tierarten Nahrung und Nistmöglichkeiten. Auch hier gibt es eine große Bandbreite von alten Apfelsorten bis hin zur Eiche. Mehr Information dazu finden Sie in unserer Linkliste unten.
Bei Obstbäumen können Sie je nach Nutzungsform und Größe des Gartens zwischen verschiedenen Wuchsformen wählen. Der sogenannte Spindelbusch mit einer Lebenserwartung von 15 - 20 Jahren ist aufgrund seiner geringen Größe besonders geeignet für kleine Gärten. Diese Bäume werden nur etwa zwei bis drei Meter hoch, bei einer Stammhöhe von maximal 60 Zentimetern. Die niedrige Baumhöhe erleichtert die Pflege- und Erntearbeiten. Halbstämme haben Stammhöhen von 100 bis 120 Zentimetern und werden etwa vier bis fünf Meter hoch. Hochstammbäume werden mit rund sechs Metern noch höher und haben eine Stammhöhe von 160 bis 180 Zentimetern. Diese Bäume haben zwar eine höhere Lebenserwartung, erreichen meist aber erst nach etwa fünf Jahren ihren vollen Ertrag.
So pflanzen Sie Ihren Baum ein
Die richtige Pflanzung kann sehr entscheidend für die weitere Entwicklung und das zukünftige Wachstum Ihres Baumes sein.
Pflanzgrube ausheben: Tiefe und Breite so bemessen, dass sich die Wurzeln darin gut ausbreiten können. Bei ungünstigen Bodenverhältnissen empfiehlt es sich, das Pflanzloch etwas großzügiger anzulegen, um den Boden rund um die Wurzel mit reichlich guter Komposterde zu verbessern.
Baumpfahl einschlagen: Holzpfahl in den Untergrund an der Seite der Pflanzgrube einschlagen, aus der meistens der Wind weht. Der Pfahl sollte bis zur Krone reichen, aber nicht in diese hineinragen, um ein Scheuern zu verhindern. Der Abstand zum Baum beträgt ca. 10 cm.
Vorbehandlung Wurzeln: Bei wurzelnackten Bäumen werden die Wurzeln mit einem Messer oder einer scharfen Schere etwas eingekürzt. Beschädigte oder angefaulte Wurzeln entfernen. Am wichtigsten für das Anwachsen sind die Feinwurzeln. Diese auf keinen Fall entfernen. Bei Problemen mit Wühlmäusen im Garten, sind v.a. Obstbäume auf einem schwach wachsenden Wurzelwerk (der Fachbegriff heißt „Unterlage“) vor Wühlmäusen mit einem Schutz zu versehen.
Baum einsetzen: Den Baum lieber zu hoch als zu niedrig pflanzen, da er sich später noch setzt. In der Natur stehen Bäume auch überhöht und nie vertieft. Das richtige Pflanz-Niveau wirkt sich ganz entscheidend auf das Wachstum des Baumes aus. Sofern vorhanden, sollte sich die Veredelungsstelle (knotenartige Verdickung am Stamm) ca. 10 cm über der Erdoberfläche befinden. Sie darf nicht mit Erde bedeckt werden, da der edle Teil sonst eigene Wurzeln bilden kann und die angestrebte Wirkung der Unterlage (z.B. Zwergwuchs) verloren geht. Beim Befüllen der Pflanzgrube mit Erde den Stamm etwas rütteln und nach oben ziehen, damit die Erde sich setzt und alle Hohlräume gefüllt werden. Aus der überschüssigen Erde einen Wall um die Pflanzgrube bilden. Abschließend wird die Erde rund um den Baum mit den Füßen etwas angedrückt und mit reichlich Wasser gegossen.
Anbinden und Verbissschutz: Ein doppelt gelegter Naturfaserstrick in einer Achterschlinge verhindert, dass der Baum am Pfosten scheuert, im Wind wackelt und die Feinwurzeln abreißen. Besteht die Gefahr von Verbiss durch Tiere, legt man noch eine schützende Manschette aus Hasendraht, die „Drahthose“ um den Stamm. Tipp: Keine Kunststoffmanschetten verwenden, denn darunter staut sich Feuchtigkeit am Stamm.
Tipps zur Baumpflege
Junge Bäume werden in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung, besonders bei Trockenheit und Hitze, etwa 1- bis 2-mal pro Woche intensiv gegossen. Ziel ist eine seltene, aber durchdringende Bewässerung (ca. 50–150 Liter pro Gabe), um die Wurzeln in die Tiefe wachsen zu lassen. Da der Stammumfang wächst, kontrolliert man den Befestigungsstrick einmal im Jahr, damit er nicht einschnürt. Halten Sie die Baumscheibe offen, damit Rasen und konkurrenzstarke Stauden nicht bis zum Stamm wachsen. Die Erde wird mit Kompost und Mulch bedeckt. Dafür sind abgetrockneter Rasenschnitt, Pflanzerde, Rindenhumus, gehäckseltes Schnittgut oder kleingehäckselte Brennnesseln geeignet. Nur bei Obstbäumen ist in den ersten Jahren ein regelmäßiger Schnitt für ordentlichen Fruchtansatz und Kronenbildung unerlässlich. Junge Zierbäume können durch Schneiden in Form gebracht werden.
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Haltestellen / ÖPNV
Linien: 6, 50, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 60, 62, 63, 64, 65, 78,
80, 81, 90, 91, 653, 654, 660
