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Bibliotheken der Stadt Mainz

Bilderbogen aus dem Verlag Jos. Scholz

Mit Hilfe von Fördermitteln des Landes konnte die Stadtbibliothek Mainz 142 Bilderbogen des Mainzer Verlags Jos. Scholz ankaufen. Es handelt sich überwiegend um Papiertheater-, Ausschneide- und Modellbaubogen. Damit konnten bestehende Lücken in der umfangreichen Sondersammlung Scholz gefüllt werden.

Bilderbogen Kleine Schaubühne

Theaterbezogene Bogen stellen eine von vielen verschiedenen Spielarten im Bereich der im 19. Jahrhundert weit verbreiteten Bilderbogen dar. Das von Theaterleidenschaft erfasste Bürgertum konnte sich mit ihrer Hilfe zu Hause an beliebten Theaterstücken oder auch Opern erfreuen und sie selbst aktiv reproduzieren. Figuren und Dekorationen des Papiertheaters wurden als Bilderbogen gedruckt, die als Ausschneidevorlagen dienten. Als Material wurden auf den Bogen alles geliefert, was zum Bau einer Bühne erforderlich war: Bühnenfronten („Proszenien“), Vorhänge, Hintergründe, Seitenkulissen, Soffitten, Versatzstücke und Figuren.

Proszenium zur Kleinen Schaubühne

Unter den angekauften Papiertheaterbogen finden sich elf aus einer kaum bekannten und äußerst selten überlieferten Serie, der „Kleinen Schaubühne von Jos. Scholz“, die auf ca. 1860 datiert werden kann. Ein kleines Proszenium auf einem ca. 33 x 43 cm großen Bogen enthält sogar die Figuren für ein Theaterorchester. Das Besondere an den Dekorationsbogen ist, dass jeweils ein Bogen sämtliche für ein bestimmtes Stück (oder auch nur eine spezielle Szene aus einem Stück) benötigten Hintergründe, Seitenkulissen und auch Figuren enthält. Üblich waren beim Papiertheater sonst jeweils ein Bogen als Hintergrund und mindestens ein Bogen mit Seitenkulissen und sonstiger Bühnenausstattung sowie ein Figurenbogen. Hintergrund und Seitenkulissen stellten dabei meist für mehrere Stücke gebräuchliche Umgebungen dar (wie z. B. Wald, Schloss, Bauernstube, Hafen), allerdings wurden davon für ein Stück wiederum meist mehrere unterschiedliche benötigt. Um also im „normalen“ Papiertheater ein Stück nachspielen zu können, benötigte man neben Proszenium und Vorhang mindestens fünf weitere Bogen – während es bei der „Kleinen Schaubühne“ nur ein einziger war.

Mit den Papiertheaterbogen verwandt sind die Ausschneidebogen bzw. die Modellbaubogen. Beide machten bei Jos. Scholz ebenfalls einen wichtigen Teil des Verlagssortiments aus. Ausschneidebogen enthalten meist mehrere Figuren oder Objekte zu einem bestimmten Thema, z. B. Bauernhof, Kinderspiele oder Märchen, zum Ausschneiden und Aufstellen. Mit Hilfe von Modellbaubogen hingegen können Bauwerke aus Papier nachgebaut werden.

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