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Mainzer Stadtdruckerpreis

Seit 1987 vergibt die Landeshauptstadt Mainz alle zwei Jahre den mit 8.500 Euro dotierten Stadtdruckerpreis. Damit werden Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet, die mit ihrem druckgrafischen Werk die Bedeutung von Mainz als Gutenberg-Stadt unterstreichen.

Mit dem Mainzer Stadtdruckerpreis werden Grafikerinnen und Grafiker, Pressendruckerinnen und Pressendrucker sowie Typographen geehrt, die sich in besonderem Maße um die Weiterentwicklung verschiedener Aspekte der Druckgrafik verdient gemacht haben.

Die Preisträgerin oder der Preisträger werden von einer Jury ausgewählt, die sich aus der Kulturdezernentin, der Direktorin des Gutenbergmuseums, einem Vertreter der Johannes Gutenberg-Universität (Fachbereich bildende Kunst), einem Vertreter der Fachhochschule Mainz, einem angesehenen auswärtigen Graphiker und einem Fachjournalisten zusammensetzt.

Preisträger 2018/2019: Tobias Gellscheid

20. Mainzer Stadtdrucker

Der Künstler Tobias Gellscheid (geb. 1983, lebt und arbeitet in Halle/Saale) erhielt 2018 den renommierten Stadtdruckerpreis der Landeshauptstadt Mainz.

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Vita

1983 geboren in Pößneck

2000 Schulabschluss in Pößneck

2000-2003 Ausbildung zum Holzbildhauer, Flensburg

2007-2008 Freischaffend als Holzbildhauer, St. Ulrich/Südtirol

2008-2009 Restaurator auf Schloss "Zur fröhlichen Wiederkehr", Trockenborn-Wolfersdorf

2009-2015 Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle/Saale

seit 2011 Künstlerischer Mitarbeiter, Landesamt für Denkmalpflege & Archäologie, Halle/Saale

2013-2014 Erasmus Stipendium, Art Academy of Latvia, Riga/Lettland

2015 Diplom bei Prof. Thomas Rug, Kunsthoch-schule Burg Giebichenstein, Halle/Saale

2018 Künstlerischer Mitarbeiter, Landestheater Neustrelitz, Mecklenburg Vorpommern

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Einzelausstellungen

2017 Response
mit Marta Dura,
Galerie Bernau, Bernau bei Berlin

2016 Widerhall
Eisfabrik Weiße Halle, Hannover

2015,
Blister
Galerie Kunsthof, Jena

Holzstich und Skulpturen
Galerie Töplitz, Potsdam

Rauschen
mit Marta Dura,
Zaglmaier Galerie, Halle (Saale)

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Preise/Stipendien

2018
Mainzer Stadtdrucker-Preis 2018/2019

Preisträger 2. Platz Grafik-Triennale, Kunstverein zu Frechen

2017/2018
Arbeitsstipendium, Kunststiftung Sachsen-Anhalt

2015
Preisträger der Leipziger Buchmesse 2015, Leipzig

2003
Landessieger als Holzbildhauer, Schleswig Holstein

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Gemeinschaftsausstellungen (Auswahl)

2019
CIRCLUS, Galerie Thaler Originalgrafik, Leipzig

2018
Grafik-Triennale, Kunstverein zu Frechen e.V.
Kunstverein Bad Salzdetfurth
Museum für Druckkunst, Leipzig

2017
Zaglmaier Galerie, Halle Saale
Schloss Burgk, Thüringen
Städtisches Kunstmuseum, Reutlingen
Jenaer Kunstverein e.V., Jena

2016
Altes Schloss Stuttgart, Landesmuseum Württemberg

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Das unvermeidliche Auf- und Ab, die "jugendliche Dummheit" und der heroische Habitus in der Geschichte der Popmusik waren bisher die Themen der Holzstiche von Tobias Gellscheid. Gleichsam gerockte Landschaften, von düsterer Schwermut verhangen, sind nun hinzugekommen. Gegeben sind weiterhin exemplarisch die typischen Phänomene wie Hysterie und Entgleisung. Die Detailkenntnis der seit Jahren sich immer wieder neu erfindenden und wieder entschlummernden Szene der grafischen schwarzen Post- und Spätromantik ist bei Tobias Gellscheid immer parat. Man kann von ihm die abenteuerlichsten Querverweise über die Marotten und maroden Macken der Spezies dieser besonderen Grafiker und Stecher erfahren. Sie sind sein Spezialgebiet: Melancholie der zu Herzen gehenden Stimmungen und grafische Raffinesse sind zwei Seiten einer Sache. Diese wird von ihm illustriert unter Verwendung von markanten Fotos die im  www zu finden sind oder aber im Album des verstorbenen Großvaters. Faszination und Trash gleichermaßen sind unter aufwändigster und grundsolider Übertragung in das scheinbare Gegenteil verkehrt und mit Hilfe der alten, fast ausgestorbenen Technik des Holzstichs festgehalten. Im großen Format.

Es entsteht ein Spannungsraum, der durch seinen Anachronismus erst recht  Fahrt aufnimmt. Seltsam wüst und gediegen zugleich werden die Fotos benutzt um ein (falsches) Zeitkolorit zu suggerieren.

Zudem sind teils grobe Manipulationen vorgenommen. Es wird  beispielsweise geschwärzt was nun dahin ist. Auf der Bühne des populär idyllischen quasi "böcklin‘schen" (klein-) bürgerlichen Amtsblatts Geschichtskorrektur? Es ist ja heute gängige Praxis der Newsindustrie, aber in Holz gestochen sieht man es nicht alle Tage, obwohl die Surrealisten auf genau diese Weise damit angefangen hatten. Wunderbar sind in den prächtigen, ins tiefe Schwarz gestochenen und edel gedruckten Blättern die Schraffuren eingesetzt, technisch perfekt. Immer wieder gibt es Blöcke, die Verzerrungen  in der Matrix assoziieren. Diese Grafiken sind aber auch dezidiert Holzstichtradition. Die ironischen brachialen Einfälle sind so wirksam, weil sie sich mit berechtigter Sympathie, Bewunderung und persönlicher Anteilnahme am Dargestellten die Waage halten.

(Prof. Thomas Rug)

Liste bisheriger Preisträger

1988 Karlheinz Oswald

1989 Robert Schwarz

1990 Michaela Karch

1991 Volker Pape

1992 Markus Guthörl

1993 Alfons Mannella

1994 Betina van Haaren

1995 Michael Rausch

1996 Beate Emde

1997 -

1998/99 Heike Negenborn

2000/01 Claus Laubscher

2002/03 Barbara Beissinghof

2004/05 Nikola Jaensch

2006/07 Katharina Fischborn

2008/09 Nikolas Hönig

2010/2011 Philipp Hennevogel

2012/2013 Sandra Heinz

2014/2015 Angela Glajcar

2016/2017 Franca Bartholomäi

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