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MAINZ Vierteljahresheft

Emy Roeder verbrachte zwei Jahrzehnte in der Stadt / Mainz-Vierteljahreshefte widmen der Künstlerin ausführliche Titelgeschichte

In Mainz eine neue Heimat gefunden

Cover Mainz Vierteljahresheft
Skulptur aus Bronze von Emy Roeder© Verlag Bonewitz

Sie gilt als eine der profiliertesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts, war eng mit Mainz verbunden und hinterließ sichtbare Spuren in der Stadt: Emy Roeder. Die Mainz-Vierteljahreshefte widmen sich in ihrer neuen Ausgabe ausführlich der Biografie und dem künstlerischen Werk der gebürtigen Würzburgerin. Mainz spielte im Leben von Emy Roeder eine ganz besondere Rolle. Hier fand sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine neue Heimat. Zuvor hatte sie fast 20 Jahre in Italien gelebt. Als die Nazis die Macht übernahmen, weilte sie bereits dank eines Stipendiums in Florenz. Nachdem das NS-Regime ihre Skulptur „Die Schwangere“ als „entartet“ brandmarkten, mit der sie 1920 den Preis der Preußischen Akademie der Künste erhalten hatte und die 1921 von der Kunsthalle Karlsruhe erworben worden war, entschied sich Roeder, in Italien zu bleiben. Erst 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und begann in Mainz ein neues Leben. Hier arbeitete sie zunächst an der Landeskunstschule. Später stellte sie in Mainz ihre Arbeiten aus, erhielt öffentliche Aufträge und neben weiteren Auszeichnungen wurde sie zur Ehrenbürgerin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ernannt.

Sie hinterließ sichtbare Spuren in der Stadt. Ihre Skulptur „Tripolitanerin“ steht bis heute am Rheinufer, das „Phönix“-Relief ziert den Eingangsbereich der Abteilung Kunstgeschichte auf dem Unicampus. Im Landesmuseum Mainz ist ab 14. April eine umfassende Retrospektive über das Leben und das künstlerische Werk von Emy Roeder zu sehen. In der Sonderausstellung „Emy Roeder. Das Kosmische allen Seins“ präsentiert das Museum eindrucksvolle Skulpturen, überwiegend von Tieren, sowie ausdrucksstarke Zeichnungen von Porträts, weiblichen Akten sowie Gewandfiguren.

Weitere Themen der neuen Ausgabe der Mainz-Vierteljahreshefte: ein Interview mit der neuen Mainzer Stadtschreiberin Eva Menasse, eine ungewöhnliche Mainz-Edition mit farbenfrohen Hühnern und Schweinen, ein Blick auf die Mainzer Stadtoberhäupter im 19. Jahrhundert und ein Porträt über den römischen Feldherren Drusus.

Die Mainz-Hefte erscheinen im Verlag Bonewitz, das Einzelheft kostet 7,90 Euro, das Jahresabonnement gibt es zum Vorzugspreis von 27 Euro. Die Vierteljahreshefte sind im Onlineshop www.mainz-hefte.de und im Buchhandel erhältlich.

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