schrift : buch : kultur - Sammlungen in Bibliotheken
Ausstellung vom 4. November 2026 bis 5. Februar 2027 in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek
Mittelalterliche und neuzeitliche Handschriften, Briefe und Tagebücher berühmter Menschen, Spiele, Bilderbogen, Noten und natürlich Bücher in allen Formaten – wer sich mit Sammlungen in Bibliotheken beschäftigt, stößt auf unterschiedlichste und teils erstaunliche Schätze kultureller Überlieferung. Der Umgang damit hat zahlreiche Facetten, die in der vom Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz konzipierten Wanderausstellung schrift : buch : kultur beleuchtet werden: Wie erweitern und pflegen wir unsere Sammlungen? Was müssen wir tun, um sie auch für die Zukunft zu bewahren? Wie machen wir unsere Bestände zugänglich? Und welche Rolle spielt das alte Buch in Zeiten elektronischer Lektüre und KI? Die Sammlung der Stadtbibliothek Mainz birgt als historisches Erbe einen Bestand von über 60.000 Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts und etwa 1.300 mittelalterlichen Handschriften. Aber nicht nur die umfangreichen Altbestände machen die Sammlung so wertvoll und besonders. Im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz trägt die Bibliothek sämtliches Schrifttum aus und über Mainz und Rheinhessen zusammen und ist damit seit über 200 Jahren Gedächtnis der Kultur der Stadt und der Region. Zum kulturellen Erbe gehören außerdem mehrere Sondersammlungen, die wahre Schätze darstellen, wie z. B. das Peter-Cornelius-Archiv, die ornithologische Büchersammlung des Mainzers Jacob Moyat, die Theaterbibliothek und die Sammlung Jos. Scholz mit ihren Kinderbüchern, Spielen und Bilderbogen. Regional-, Alt- und Sonderbestände erzählen im Zusammenspiel vielfältige Geschichten des regionalen Kulturraums und verleihen der Bibliothek ihr einzigartiges Gesicht. Diesen Zusammenhang gilt es zu bewahren.
Die Stadtbibliothek Mainz nimmt Besucher:innen mit auf Entdeckungsreise durch ihre Sammlung, aus der sie ergänzend zur Wanderausstellung ausgewählte Stücke beispielhaft präsentiert. Eins dieser Beispiele ist die Handschrift Instructio ad cantum choralem (Hs IV 157), die die Bibliothek erst seit gut einem Jahr ihr Eigen nennt. Nur in seltenen Ausnahmefällen wird nämlich die Handschriftensammlung durch Neuzugänge erweitert. Hs IV 157 aber ist eine Choralhandschrift mit regionalem Bezug, weshalb sie im Rahmen einer Schenkung von der Baur-Musikstiftung in den Bestand aufgenommen und der Forschung zur Verfügung gestellt wurde.
Welche Rückschlüsse diese Choralschule auf die Praxis und Vermittlung des Gregorianischen Chorals im 18. Jahrhundert zulässt, darum geht es in dem Vortrag von Dr. Krystian Skoczowski. Ausgehend von der Handschrift und anderen regionalen Choralquellen dieser Epoche wird er die musikalische und liturgische Anschauung dieser Kunst in der Epoche der Aufklärung und des Barock skizzieren.
Krystian Skoczowski ist Kirchenmusiker und Musikwissenschaftler. Er ist als Kantor an der Pfarrkirche St. Elisabeth in Hanau tätig. Seine künstlerischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die Erforschung und Pflege der Orgellandschaft seiner hessischen Heimat und die Interpretationsgeschichte des Gregorianischen Chorals. Ferner ist er Mitglied der Consociatio
Internationalis Musicae Sacrae (CIMS, Rom), Schriftleiter ihrer Publikationen und zur Zeit ihr Generalsekretär.
Ausstellungseröffnung am Mittwoch, 4. November um 18.30 Uhr
Begrüßung
Dr. Stephan Fliedner
Direktor der Bibliotheken der Stadt Mainz
Einführung
Silja Geisler
Bereichsleiterin Sondersammlungen und Bestandserhaltung
Vortrag
Cantus choralis: durus – mollis, simpliciter – figuralis
Anmerkungen zur Anschauung, Aufführungspraxis und Vermittlung des Gregorianischen Chorals im Zeitalter des Barock
Dr. Krystian Skoczowski
Ausstellungskatalog
Zur Wanderausstellung ist ein reich illustrierter Katalog erschienen:
schrift : buch : kultur. Sammlungen in Bibliotheken / Arbeitskreis Historische Bestände in den Bibliotheken von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (Münster 2025), 124 Seiten mit zahlr. Illustrationen.
ISBN 978-3-00-081880-6, Preis: 24 Euro
Signatur in der Stadtbibliothek: -FoBi- Fa 97
Öffnungszeiten der Ausstellung
Montag 10 bis 18 Uhr
Dienstag 10 bis 17 Uhr
Mittwoch 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 13 Uhr
Freitag 10 bis 13 Uhr
Eintritt frei
Führung durch die Ausstellung
Am Mittwoch, 18. November um 17 Uhr führt Silja Geisler Interessierte durch die Ausstellung, erläutert das Konzept und präsentiert besondere Schätze.
Anmeldungen bitte an: stb.direktionstadt.mainzde
Zur virtuellen Ausstellung
Kontakt
Adresse
Frau Silja Geisler
Bereichsleitung (Sondersammlungen, Autographen, Nachlässe und Bestandserhaltung)
Sachgebiet Bereich Medienbearbeitung, Bestandserhaltung und Digitalisierung
Wissenschaftliche Stadtbibliothek
Raum 609
Rheinallee 3 B
55116 Mainz
Postanschrift
55028 Mainz



