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Warum Obst und Gemüse gewaschen werden sollten

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu essen. Jede Jahreszeit bietet ein reichhaltiges Angebot an frischen Produkten, die vom Feld auf unseren Tellern landen. Damit unser Obst und Gemüse frisch und optisch ansprechend bleibt, kommen verschiedene Behandlungsmittel zum Einsatz.

Neben klassischen Pflanzenschutzmitteln (z.B. Pestiziden) kommen das beispielsweise Mittel zum einsatz, die Fäulnis verhindern oder die Schale glänzen lassen. Inwieweit die Rückstände der Pflanzenbehandlungsmittel in die Lebensmittel selbst übergehen, untersucht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit regelmäßig. Neben der Einhaltung der entsprechenden Rechtsvorschriften (EG Nr. 396/2005) erfolgt auch eine Analyse über die Abschätzung der Verbraucherexposition. Den kompletten Bericht finden Sie im untenstehenden Link. Der Bericht zeigt, dass viele der Pflanzenbehandlungsmittel weniger in unserem Obst und Gemüse sind, sondern sich hauptsächlich darauf befinden. Damit haben wir es selbst in der Hand, einen Großteil der Rückstände zu entfernen: indem wir alles, was wir essen wollen, erst einmal gründlich waschen.

Comic mit verschiedenen Gemüse- und Obststücken, die in einem Waschenbecken plantschen

Waschen, bürsten, abreiben?

Obst und Gemüse zu waschen kann helfen, anhaftende Behandlungsmittel, Keime und Schmutz zu entfernen. Bei frischem Salat vom Feld erschließt sich uns die Notwendigkeit des Waschens direkt, denn wer hat schon gerne knirschenden Sand zwischen den Zähnen. Alle Obst- und Gemüsesorten sollten vor dem Verzehr unzerkleinert gewaschen werden. Danach erst die verdorbenen oder welken Teile entfernt werden. Die Stücke auch nicht vorher schneiden, denn sonst gehen beim Waschen Vitamine und Nährstoffe verloren. Generell erst kurz vor dem Verzehr waschen und zerkleinern, das hilft die natürliche Schutzschicht zu erhalten und die Keimzahl gering zu halten.

Robuste Sorten, wie etwa Kartoffeln oder Karotten, können mit Wasser und einer Gemüsebürste gewaschen werden. Empfindliche Sorten, wie Salat oder Himbeeren, sollten besser in reichlich stehendem Wasser gesäubert, jedoch nicht länger gewässert, werden. Der Wasserstrahl des Wasserhahns erwischt nicht immer alle Stellen der Oberfläche. Wer Wasser sparen und gründlich waschen will, sollte eher in einer Schüssel waschen und die Reste z.B. zum Blumengießen verwenden. Je nach Robustheit der Obst- und Gemüsesorte kann dann noch abgetrocknet oder abgetupft werden. Beides säubert die Oberfläche zusätzlich.

Es gibt Lebensmittel, da scheiden sich die Geister zum Thema Waschen, allen voran die Pilze. In vielen Kochbüchern steht, dass Pilze nur mit einer weichen Bürste geputzt werden sollen. Hauptargument ist, dass Pilze, da sie keine feste Schale haben, Wasser aufnehmen würden und dann an Geschmack verlieren. Prinzipiell haben die meisten Pilzsarten einen hohen Wassergehalt, da ist eine zusätzliche Wasseraufnahme kaum noch möglich. Es spricht also nicht dagegen, handelsübliche Kulturpilze kurz unter fließendem Wasser abzuspülen oder mit einem feuchten Tuch zu reinigen. Selbst gesammelte Pilze abzubürsten, hilft gegen anhaftende große Verschmutzungen wie Sand oder Tannennadeln. Das zusätzliche Waschen sollte man von der Struktur des Pilzes abhängig machen.

Beim Thema Waschen werden alle Obstsorten gern vergessen, die geschält müssen, also z.B. Bananen, Mangos, Orangen und Mandarinen. Auch die Oberflächen dieser Obstsorten enthalten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Behandlungsstoffen. Beim Schälen geraten diese auf unsere Hände und von dort aus auf die geschälte Frucht. Daher gilt auch hier: erst waschen, dann schälen, dann essen und das Händewaschen nicht vergessen.  

Waschen mit Zusatz

Inwieweit Natron oder Essig für eine bessere Reinigung sorgen und Keime reduzieren können, wurde mehrfach wissenschaftlich untersucht. Beispielsweise wurden in einer Studie von 2017 durch amerikanische Wissenschaftler drei verschiedene Methoden der Reinigung getestet. An Äpfeln haben sie probiert, ob das Waschen mit Leitungswasser, mit einer handelsüblichen Chlorbleiche oder mit Natron (Natriumhydrogencarbonat) am effektivsten ist. Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass bereits Leitungswasser eine gute Reinigungsleistung gewährleistet. Das Reinigen mit Natron hat vor allem einen Konservierungsstoff (Thiabendazol) und ein Breitbandinsektizid sehr gut reduziert. Klassisches Natron kann helfen, deutlich mehr Schadstoffe zu entfernen, allerdings nur, wenn die Früchte eine Viertelstunde in einer (schwachen) Natronlauge gebadet werden. Letztlich kann die Zugabe von Natron oder Essig den Geschmack und die Konsistenz einzelner Obst- und Gemüsesorten negativ beeinflussen. Inwieweit das als störend empfunden wird, ist Geschmackssache.

Bioprodukte muss man nicht waschen?

Bei Untersuchungen haben Produkte aus biologischem Anbau bei der Belastung mit Pflanzenbehandlungsmittel-Rückständen deutlich besser abgeschnitten. Sie waren deswegen noch lange nicht keimfrei.  Auch Bioprodukte sind der Luftverschmutzung ausgesetzt und es können z.B. durch Regen Schadstoffe darauf gelangen. Außerdem ist der Bioanbau oft nicht exklusiv für eine Region, daher können auch geringe Mengen an Pflanzenbehandlungsmitteln von den Nachbarfeldern herübergeweht werden. Die natürlichen Keime im Boden gelangen beim Anbau ebenfalls auf Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Daher sollten auch Produkte aus dem biologischen Anbau vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

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