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14. Oktober 2026

Komponistin Sara Glojnarić erhält Schneider-Schott-Musikpreis für das Jahr 2026

Den Schneider-Schott-Musikpreis Mainz erhält im Jahre 2026 die Komponistin Sara Glojnarić. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre von einer aus externen Fachleuten bestehenden Jury an förderungswürdige Komponist:innen, Interpret:innen oder Ensembles im Bereich der Ernsten Musik vergeben. Zuletzt erhielt das in Hamburg ansässige Ensemble Resonanz die Auszeichnung.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Sara Glojnarić erarbeitet mit einem hochentwickelten Gespür für ungewöhnliche Klangkombinationen und -farben Grenzbereiche der Musik. Dafür steht ihr eine große Palette an szenisch-performativen, instrumentalen, vokalen und elektronischen Techniken zur Verfügung, die sie handwerklich höchst souverän beherrscht. Durch ihre rhetorische wie dramaturgische Kraft und Originalität ist Glojnarićs musikalische Sprache damit auch ein Spiegel gesellschaftlicher Spannungen und Verwerfungen. […] Die Jury zeichnet eine Komponistin aus, die in ihrem bisherigen Œuvre die Komplexität der Konstruktion mit der Freiheit des Ausdrucks auf beeindruckende Weise vereint hat.“

Kulturdezernent Ata Delbasteh gratulierte der Preisträgerin herzlich und betonte: „Ich freue mich sehr, dass die Jury erneut eine so ausgezeichnete Wahl getroffen hat. Sara Glojnarić beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit durchgängig mit den wichtigen Fragen unserer Zeit und eröffnet dem Publikum eine ganz neue Möglichkeit der eigenen Auseinandersetzung.“

Die Preisträgerin

Sara Glojnarić wurde 1991 in Zagreb geboren, studierte Komposition in Zagreb und Stuttgart und gilt heute als anerkannte Institution im deutschen und internationalen Musikleben. Davon zeugt unter anderem die diesjährige Uraufführung ihrer Oper Station Paradiso an der Staatsoper Stuttgart. Sara Glojnarićs Musik ist extrem energiegeladen und verdichtet, geprägt von treibenden Rhythmen, dann wieder ausgedehnt und nostalgisch, so als würde die Zeit stehen bleiben. Ein wiederkehrendes Motiv in ihrer Arbeit ist dabei das Sammeln und Archivieren von musikalischen Erinnerungen. Für Pure Bliss (2022) fragte sie die Musiker:innen des Klangforum Wien nach musikalischen Momenten, die bei ihnen Gänsehaut auslösen. Die sehr persönlichen Antworten wurden zum Ausgangspunkt einer Komposition.

Auch in früheren Arbeiten wie #popfem richtete sie ihren Blick auf Material aus der digitalen Gegenwart: Für das Stück dekonstruierte sie misogyne YouTube-Videos und machte sichtbar, welche gesellschaftlichen und politischen Vorstellungen sich in scheinbar alltäglichen Medien einschreiben.

Für ihre Arbeit wurde Sara Glojnarić vielfach ausgezeichnet. 2023 erhielt sie den Ernst von Siemens Förderpreis für Komposition. Für DING, DONG, DARLING!, uraufgeführt vom SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni, erhielt sie zudem bei den Donaueschinger Musiktagen 2024 den Orchesterpreis.

Zu ihren kommenden Projekten zählen ein neues Orchesterwerk für das Swedish Radio Symphony Orchestra sowie eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper Berlin in der Saison 2027/28.

Der Schneider-Schott-Musikpreis

Seit 1986 vergibt die Landeshauptstadt Mainz alle zwei Jahre den Schneider-Schott-Musikpreis an förderungswürdige und zugleich förderungsbedürftige Komponisten, Interpreten oder Musikensembles im Bereich der klassischen Musik. Der Schwerpunkt des mit 15.000 Euro dotierten Preises liegt auf zeitgenössischer Ernster Musik. Das Vorschlagsrecht und die Entscheidungsfindung für entsprechend qualifizierte Musikerinnen und Musiker liegt bei einer unabhängigen fünfköpfigen Fachjury, unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Rathert, Musikwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Eine persönliche Bewerbung ist nicht möglich.  

Preisträgerin Schneider Schott-Preis 2026 - Sara Glojnarić

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