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Besuchszentrum am UNESCO-Welterbe

Moderne Fassade aus einem Mix aus Holz und Metall des SchUM-Besuchszentrums Sali-Levi-Haus am Alten Jüdischen Friedhof
UNESCO-Besuchszentrum Sali-Levi-Haus

Eröffnung des Besuchszentrums

Infografik mit grünem Hintergrund und Text, u.a.: Eröffnung UNESCO-Welterbestätte Alter Jüdischer Friedhof Mainz, Sonntag, 6.9.26, 13-18 Uhr

Am Sonntag, 6. September 2026, war es endlich soweit: Das Besuchszentrum Sali-Levi-Haus am Alten Jüdischen Friedhof am Judensand wurde feierlich eröffnet. Von nun an ist der Pavillon und auch der Alte Jüdische Friedhof für die Öffentlichkeit zugänglich.

Noch bis zum 11. September haben Sie die Gelegenheit, diesen Anlass im Rahmen der Eröffnungswoche zu feiern.

Öffnungszeiten, Anreise und Besuch

Die aktuellen Öffnungszeiten, weitere Informationen zu Ihrem Besuch und der Ausstellung finden Sie auf judensand-mainz.de (Öffnet in einem neuen Tab).

Blick auf Infotafeln und Exponate der Ausstellung im Besucherpavillon
Einblick in die Ausstellung des Besucherpavillons

UNESCO-Besuchszentrum Sali-Levi-Haus

Holzgerüst des entstehenden Besuchszentrums am Alten Jüdischen Friedhof

Die Planungen für das neue Besuchszentrum begannen bereits 2021 nach einem im Jahr 2019 initiierten Gestaltungswettbewerb. Den Zuschlag für den Bau des Zentrums erhielten die Büros Holzer/Kobler Architekturen, während die Landschaftsgestaltung von Sinai Landschaftsarchitekten übernommen wird.

Einzigartiger Ort von Weltrang
Der Alte Jüdische Friedhof auf dem Judensand, auf dem seit dem 11. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert Mitglieder der jüdischen Gemeinde beigesetzt wurden, beherbergt nicht nur die ältesten Grabsteine Mitteleuropas, sondern erinnert auch an herausragende jüdische Gelehrte wie Gerschom ben Jehuda. Ihr Wirken und ihre Gelehrsamkeit prägten das jüdische Leben in Mitteleuropa nachhaltig bis in die Gegenwart.

Eröffnung des Besuchszentrums im September 2026
Das neue Besuchszentrum wurde im Jubiläumsjahr des Denkmalfriedhofs 2026 eröffnet. Besucher aus aller Welt können sich dort über die reiche Geschichte der SchUM-Stätten informieren; gleichzeitig ermöglicht das Zentrum eine, die Regeln der Halacha respektierende, behutsame touristische Erschließung.

Die Stadt Mainz hat sich verpflichtet, den Friedhof im Einklang mit den jüdischen Traditionen zu verwalten und für künftige Generationen zu erhalten. Dabei steht insbesondere der Erhalt der Grabsteine im Vordergrund.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Standfestigkeit der Grabsteine, die bis Ende des Jahres für 75 Gräber gewährleistet werden soll. Die Grabsteine, von denen einige bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, erzählen die Geschichte jüdischer Gelehrter und Märtyrer, die für die jüdische Kultur und das geistige Erbe Mitteleuropas von großer Bedeutung waren. Diese Geschichten sollen künftig durch digitale Aufarbeitung weltweit zugänglich gemacht werden.

Die Vermessung und digitale Erfassung aller 1.700 Grabsteine ermöglicht eine präzise Verwaltung und langfristige Pflege der Stätte. Darüber hinaus soll die internationale Bekanntheit der SchUM-Stätten durch kostenfreie Führungen und Spendenkampagnen weiter gesteigert werden.

Durch die Neugestaltung des Gehwegs an der Mombacher Straße entstand vor dem Eingang eine platzartige Situation, die eine Zäsur im Stadtbild bildet und die Aufmerksamkeit von Passant:innen sowie Radfahrenden auf den Friedhof lenkt. Eine architektonisch ansprechende Überdachung am Eingang, Sitzmöglichkeiten mit Blick auf den Friedhof und informative Tafeln über den Friedhof schaffen einen einladenden Rahmen.

Die Eingriffe auf dem Friedhof selbst wurden auf ein Minimum beschränkt. Lediglich die Wegefläche wurde dezent überarbeitet und einige Spolien der ehemaligen 1938 zerstörten Hauptsynagoge behutsam verlagert. Ein zentrales Element des Projekts ist die sogenannte ‚sprechende Hülle‘ – eine durchgängige Eibenhecke von rund 550 Metern Länge, die den Friedhof wie eine schützende Schatulle umgibt. Zusammen mit einem anthrazitfarbenen Lamellenzaun und gezielt platzierten Sichtfenstern entstand so eine ästhetische Einfriedung, die die Würde und Bedeutung des Ortes unterstreicht.

Besonderer Ort mit einzigartigem Ausblick
Das neue Besuchszentrum wurde auf einer erhöhten Plattform errichtet, die einen faszinierenden Ausblick über den Friedhof und dessen alte Bäume bietet. Die balkonartige Platzsituation ermöglicht den Besucher:innen nicht nur eine besondere Perspektive auf die Grabsteine, sondern schafft auch einen Treffpunkt und Verweilort, der zum Innehalten und zur Reflexion einlädt.

Nachhaltige Grünraumgestaltung
Die Umgebung des Besuchszentrums wurde mit zusätzlichen Bäumen bepflanzt, wobei gleichzeitig die bestehenden Grünflächen weitestgehend erhalten blieben. Die sanierte Fußwegeverbindung zwischen der Mombacher Straße und der Paul-Denis-Straße sowie eine Wendemöglichkeit für Reisebusse wurden ebenfalls in die Planungen integriert. Die Oberflächenbefestigung erfolgte mit hochwertigem Naturstein, um den historischen Charakter des Ortes zu bewahren.
Der Zugang zum Denkmalfriedhof bleibt gläubigen Personen vorbehalten, doch ein Rundweg ermöglichst allen Besucher:innen faszinierende Ausblicke auf die wertvollen Grabsteine. 

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