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15. Oktober 2026

Herbstlaub ist wertvoll: Natürlich schützen, statt gründlich aufräumen

Laub liegen lassen hilft Tieren, schützt den Boden und fördert die natürliche Humusbildung.

Laub liegen lassen hilft Tieren, schützt den Boden und fördert die natürliche Humusbildung

Wenn sich im Herbst die Blätter bunt färben und zu Boden fallen, beginnt für viele Tiere die Suche nach einem geschützten Winterquartier. Umweltdezernentin Janina Steinkrüger empfiehlt deshalb, beim herbstlichen Aufräumen bewusst Rücksicht auf die Natur zu nehmen und das Laub möglichst liegen zu lassen, insbesondere unter Bäumen, Sträuchern und auf den Beeten.

„Wer im Herbst etwas Laub im Garten liegen lässt, leistet einen einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Was für uns wie Gartenabfall aussieht, ist für viele Tiere ein lebenswichtiger Rückzugsort und für den Boden eine wertvolle natürliche Ressource und Schutzschicht“, betont Steinkrüger.

Laub ist Nahrung und natürlicher Bodenschutz

Heruntergefallene Blätter sind ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Nährstoffkreislaufs. Regenwürmer, Asseln und andere Bodentiere zerkleinern das Laub, während Pilze und Bakterien es weiter zersetzen. Dabei entsteht wertvoller Humus und die enthaltenen Nährstoffe werden nach und nach wieder für Pflanzen verfügbar. Gleichzeitig schützt die Laubschicht den Boden vor Austrocknung, den niedrigen Temperaturen und Verschlämmung durch Regen.

Ein Winterquartier für zahlreiche Tiere

Unter und zwischen den Blättern finden Insekten, Spinnen und andere Kleintiere Nahrung und Schutz. Viele Käfer, Raupen und Falter überwintern in der Laubstreu. Igel, Kröten und weitere Tiere nutzen geschützte Laub- und Reisighaufen als Rückzugsort während der kalten Jahreszeit. Zugleich finden Vögel dort Nahrung. Wer Laub mit Ästen und Zweigen zu einem Haufen aufschichtet, schafft somit ein Wohnraum für Tiere im eigenen Garten.

Mit wenigen Handgriffen ökologisch handeln

Natürlich muss und sollte Laub nicht überall liegen bleiben: Auf Wegen und Einfahrten sollte es aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Auf Rasenflächen ist eine geschlossene Laubschicht ebenfalls ungünstig, da sie dem Gras Licht und Luft nimmt. Das eingesammelte Laub lässt sich jedoch sinnvoll weiterverwenden, etwa als Mulch auf Beeten oder unter Hecken und Sträuchern. Auch die Kompostierung ist eine gute Möglichkeit, wertvolle Gartenerde zu gewinnen.

Ein weiterer Vorteil: Die Laubschicht unterdrückt das Wachstum mancher unerwünschter Wildkräuter. Schattenverträgliche Frühblüher wie Schneeglöckchen oder Buschwindröschen profitieren dagegen vom Schutz durch das Laub und können im Frühjahr dennoch wachsen.

Die Empfehlung lautet daher: weniger aufräumen, mehr Natur zulassen. Wer im Herbst Laub und Pflanzenreste gezielt im Garten belässt, unterstützt die Artenvielfalt, verbessert und schützt den Boden und schafft gute Voraussetzungen für einen lebendigen Garten im kommenden Frühjahr.

Wer bunte Blüten im grauen Winter zwischen dem Laub möchte, kann noch je nach Witterung bis in den November Zwiebeln von Frühblühern setzten. Zu beachten ist, dass sie Zwiebeln vor dem Frost gepflanzt werden sollten, damit sie noch ausreichend Zeit zum Wurzeln haben.

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